Automatische IdentifikationVeröffentlicht am Stand Fachlich geprüft von WILUX PRINT AG
Was sind RFID-Etiketten und wofür werden sie eingesetzt?
RFID-Etiketten sind Etiketten mit integriertem Funk-Chip, einem Transponder: Ihr Inlay aus Mikrochip und Antenne überträgt die gespeicherte Kennung per Funk an ein Lesegerät, ohne Sichtverbindung. Passive Transponder haben keine eigene Energiequelle und beziehen ihre gesamte Energie aus dem Funkfeld des Lesegeräts; aktive Transponder haben eine eingebaute Energiequelle. Eingesetzt werden RFID-Etiketten für die automatische Identifikation und Lokalisierung von Waren in Lager und Logistik; ein RFID-Etikettendrucker wie der cab SQUIX beschreibt den Chip unmittelbar vor dem Bedrucken des Etiketts.
- RFID-Etikett
- Etikett mit integriertem Funk-Chip, auch Transponder genannt, für die automatische Identifizierung und Lokalisierung von Waren.
- Inlay
- Der funktionierende Teil des RFID-Etiketts aus Mikrochip und Antenne, beide auf einem Träger.
- Mikrochip
- Speichert den elektronischen Produktcode EPC im EPC-Speicher, dazu die TID und den Benutzerspeicher.
- Antenne
- Nimmt die Energie aus dem Feld des Lesegeräts auf und sendet die Antwort, indem sie ihren Reflexionsgrad moduliert.
- Lesegerät
- Sendet das Funksignal, versorgt passive Transponder mit Energie und empfängt ihre Antwort; der GS1-Standard nennt es Interrogator.
- Passiver Transponder
- Bezieht seine gesamte Betriebsenergie aus dem Funkfeld des Lesegeräts.
- Aktiver Transponder
- Hat eine eingebaute Energiequelle.
- EPC Gen2
- GS1-Standard für die UHF-Luftschnittstelle passiver RFID-Systeme, abgestimmt auf ISO/IEC 18000-63.
RFID-Etikett: Definition und Funktionsprinzip
Ein RFID-Etikett ist ein Etikett mit integriertem Funk-Chip, der seine Kennung per Radiofrequenz an ein Lesegerät überträgt: Das Lesegerät sendet ein Funksignal, der passive Transponder bezieht daraus seine Energie und antwortet, indem er den Reflexionsgrad seiner Antenne moduliert. Nach GS1 Schweiz überträgt RFID die Objektinformation ohne Sichtverbindung und ergänzt die Strichcodetechnik.
RFID: Radio Frequency Identification
RFID steht für Radio Frequency Identification, die Identifikation per Funk. Der GS1-Standard EPC Gen2 nennt die Beteiligten Interrogator, also Lesegerät, und Tag, also Etikett oder Transponder.
Lesegerät spricht zuerst, Transponder antwortet
Das Verfahren nach EPC Gen2 folgt dem Grundsatz Interrogator-talks-first: Das Lesegerät beginnt die Kommunikation, der Tag antwortet. Ein passiver Tag antwortet durch Rückstreuung, indem er den Reflexionskoeffizienten seiner Antenne moduliert; mit den Befehlen Select, Inventory und Access wählt das Lesegerät Tags aus, erfasst sie und greift auf ihren Speicher zu.
Aufbau des RFID-Etiketts: Mikrochip, Antenne und Inlay
Ein RFID-Etikett besteht aus dem Etikettenmaterial und dem Inlay, dem funktionierenden Teil aus Mikrochip und Antenne auf einem Träger; der Mikrochip speichert den elektronischen Produktcode EPC, die Antenne nimmt die Energie aus dem Feld des Lesegeräts auf und sendet die Antwort.
Das Etikett besteht aus dem bedruckbaren Etikettenmaterial und dem Inlay, in dem Mikrochip und Antenne auf einem Träger sitzen. Das Lesegerät sendet ein Funksignal, und die Antenne nimmt daraus die Energie für den Chip auf; der passive Transponder antwortet durch Rückstreuung, indem die Antenne ihren Reflexionsgrad moduliert. Im Chip liegen der EPC-Speicher, die TID und der Benutzerspeicher.
Mikrochip mit EPC-Speicher, TID und Benutzerspeicher
Der Mikrochip speichert den EPC im EPC-Speicher; dazu kommen die TID und der Benutzerspeicher. Diese Inhalte lassen sich am Drucker auslesen, beim cab SQUIX laut Datenblatt die TID, der EPC und das User Memory.
Antenne
Die Antenne nimmt die Energie aus dem Funkfeld des Lesegeräts auf und sendet die Antwort des Chips zurück, indem sie ihren Reflexionsgrad ändert. Ohne Antenne kann der Chip weder Energie aufnehmen noch antworten.
Inlay im Etikettenmaterial
Das Inlay aus Chip und Antenne auf seinem Träger ist der funktionierende Teil des Etiketts; das Etikettenmaterial darüber bleibt bedruckbar. So trägt dasselbe Etikett den Chip und zugleich Klarschrift, Strichcode oder 2D-Code.
Frequenzbänder LF, HF und UHF: Normen und EPC Gen2
RFID arbeitet in drei Frequenzbändern, deren Luftschnittstellen die Normenreihe ISO/IEC 18000 festlegt: LF unterhalb von 135 kHz nach ISO/IEC 18000-2, HF bei 13,56 MHz nach ISO/IEC 18000-3 und UHF nach ISO/IEC 18000-63, für das die Norm 860 MHz bis 960 MHz nennt und der GS1-Standard EPC Gen2 in der Fassung 3.0.1 von Februar 2026 860 MHz bis 930 MHz.
| Band | Frequenz | Luftschnittstelle |
|---|---|---|
| LF | unterhalb von 135 kHz | ISO/IEC 18000-2:2009 |
| HF | 13,56 MHz | ISO/IEC 18000-3:2010 |
| UHF | 860 MHz bis 960 MHz nach ISO/IEC; 860 MHz bis 930 MHz nach GS1 EPC Gen2 | ISO/IEC 18000-63:2021; GS1 EPC Gen2, Fassung 3.0.1 |
LF unterhalb von 135 kHz
Das LF-Band liegt unterhalb von 135 kHz; die Luftschnittstelle für RFID-Etiketten in diesem Band beschreibt ISO/IEC 18000-2:2009.
HF bei 13,56 MHz
Das HF-Band arbeitet bei 13,56 MHz; die Luftschnittstelle für RFID-Etiketten in diesem Band legt ISO/IEC 18000-3:2010 fest.
UHF nach ISO/IEC 18000-63 und EPC Gen2
Für UHF-RFID-Etiketten nennt ISO/IEC 18000-63:2021 den Bereich von 860 MHz bis 960 MHz; der GS1-Standard EPC Gen2 in der Fassung 3.0.1 von Februar 2026 spezifiziert die Luftschnittstelle passiver UHF-Systeme für 860 MHz bis 930 MHz und ist mit ISO/IEC 18000-63 abgestimmt. Eine Neuausgabe der ISO-Norm mit 860 MHz bis 930 MHz ist bei ISO in Arbeit.
Die RFID-Etikettendrucker im Sortiment von WILUX PRINT AG codieren laut Datenblatt UHF-Tags: Honeywell PM45, PM65 und PC45 nach EPC Class 1 Gen2 und ISO 18000-6C, der früheren Bezeichnung, Honeywell PX45 und PX65 im Bereich 865 MHz bis 928 MHz, der TSC PEX-2000 als RAIN UHF passiv nach GS1 EPC Gen2v2 und ISO 18000-63 und der cab SQUIX mit integriertem UHF-RFID-Modul. Die Funkmodule der Honeywell-Drucker sind auf die örtlichen UHF-Vorschriften eingestellt.
RFID-Transponder: passiv, aktiv und batterieunterstützt
Ein passiver Transponder hat keine eigene Energiequelle und bezieht seine gesamte Betriebsenergie aus dem Funkfeld des Lesegeräts, ein aktiver Transponder hat eine eingebaute Energiequelle; dazwischen steht der batterieunterstützte passive Transponder, den der GS1-Standard EPC Gen2 als eigene Betriebsart beschreibt. In einem RFID-Etikett nach EPC Gen2 arbeitet damit ein passiver oder ein batterieunterstützter passiver Transponder.
Passiv: Energie aus dem Funkfeld
Der passive Transponder im RFID-Etikett bezieht nach EPC Gen2 seine gesamte Betriebsenergie aus dem Signal des Lesegeräts und antwortet über die Rückstreuung seiner Antenne. EPC Gen2 ist ein Standard für solche passiven Rückstreusysteme, und nach diesem Standard codieren die RFID-Etikettendrucker im Sortiment von WILUX PRINT AG.
Aktiv und batterieunterstützt passiv
Ein aktiver Transponder hat eine eigene Energiequelle. Für RFID-Etiketten nach EPC Gen2 beschreibt der GS1-Standard auch den batterieunterstützten passiven Transponder (Battery-Assisted Passive) als eigene Betriebsart.
RFID und Barcode: Unterschied in Lesung und Erfassung
Ein Barcode wird optisch gelesen und braucht Sichtverbindung zum Scanner, ein RFID-Etikett wird per Funk ohne Sichtverbindung gelesen, auch verdeckt in Behältern oder gestapelter Ware; ein Lesegerät nach EPC Gen2 identifiziert in einer Inventurrunde eine ganze Population von Tags.
Lesen ohne Sichtverbindung
GS1 Schweiz beschreibt RFID als Übertragung der Objektinformation ohne Sichtverbindung; nach GS1 US lassen sich RFID-Etiketten auch lesen, wenn sie verdeckt in Behältern oder in gestapelter Ware stecken. Der Barcode braucht dagegen die freie Sicht des Scanners auf das Symbol.
Inventurrunde für viele Tags
Mit dem Befehl Inventory erfasst ein Lesegerät nach EPC Gen2 in einer Inventurrunde eine ganze Population von Tags, bei RFID-Etiketten also viele Etiketten in einem Durchgang. Ein Strichcode wird dagegen Symbol für Symbol gescannt.
Barcode und RFID auf demselben Etikett
RFID ergänzt nach GS1 Schweiz den Strichcode: Ein RFID-Etikettendrucker druckt Klarschrift und Strichcode auf das Etikett und codiert im selben Gerät den Chip. Dieselbe GTIN lässt sich laut GS1 Schweiz als Strichcode, als GS1 DataMatrix oder auf einem RFID/EPC-Tag darstellen. Bei der Etikettierung entsteht so ein Etikett, das optisch und per Funk gelesen wird.
RFID-Etiketten codieren und drucken: Ablauf im RFID-Etikettendrucker
Ein Drucker mit RFID-Modul druckt das Etikett und codiert den RFID-Chip darin; beim cab SQUIX wird der Tag unmittelbar vor dem Bedrucken beschrieben und ausgelesen, und schlägt das fehl, kennzeichnet der Drucker das Etikett als ungültig.
- Kalibrieren: Die RFID-Kalibrierfunktion ermittelt für den Tag die passende Schreib- und Leseposition und die Leistung.
- Beschreiben: Der Drucker schreibt die Daten über die Antenne am Druckkopf in den Tag.
- Auslesen: Der Drucker liest den Tag zur Kontrolle aus.
- Bedrucken: Danach wird dasselbe Etikett bedruckt.
- Fehlerfall: Ein Etikett, dessen Tag sich nicht beschreiben oder lesen liess, kennzeichnet der Drucker als ungültig.
Tag-Kalibrierung
Mit der RFID-Kalibrierfunktion ermittelt der cab SQUIX für viele gängige RFID-Tags die passende Schreib- und Leseposition und die Leistung; die Kalibrierkennlinien lassen sich ausdrucken.
Beschreiben und Auslesen vor dem Druck
Die Antenne des cab SQUIX sitzt direkt am Druckkopf; Beschreiben und Auslesen des Tags geschehen unmittelbar vor dem Bedrucken des Etiketts. Die Tag-Inhalte TID, EPC und User Memory lassen sich am Drucker auslesen und anzeigen.
Ungültiges Etikett im Fehlerfall
Im Fehlerfall kennzeichnet der Drucker das Etikett als ungültig (Void Label); zusätzlich lässt sich die Zahl der erlaubten Schreib- und Lesefehler festlegen.
Antennen für Metall und kleine Etiketten
Für die verschiedenen RFID-Tags stehen beim cab SQUIX drei Antennen zur Wahl: Standard für alle gängigen RFID-Tags, On Metal für Etiketten, die auf metallische Flächen aufgebracht werden, und High Sensitivity für kleine Etiketten mit hohen Signalansprüchen. Welche Geräte im Sortiment RFID codieren, zeigt die Seite zum RFID-Druck.
RFID-Etiketten und RFID-Etikettendrucker von WILUX PRINT AG
WILUX PRINT AG liefert RFID-Etiketten in verschiedenen Formen, Grössen und Materialien, Drucker von Honeywell, cab und TSC, die Etiketten drucken und RFID-Tags codieren, RFID-Lesegeräte als Handleser und als stationäre Leser und Etikettensoftware mit RFID-Unterstützung.
RFID-Etiketten nach Form, Grösse und Material
Etiketten mit integrierten Funk-Chips, auch Transponder genannt, dienen der Identifizierung und Lokalisierung von Produkten in Lagerverwaltung und Logistik. WILUX PRINT AG liefert sie in verschiedenen Formen, Grössen und Materialien, dazu die Etikettiertechnik und Software für Beschriftung und Datenverwaltung; das Sortiment steht unter RFID-Etikett.
RFID-Etikettendrucker von Honeywell, cab und TSC
RFID-fähig sind im Sortiment die Honeywell PX45 und PX65, PM45 und PM45c, PM65 und PX940, der TSC PEX-2000 und der cab SQUIX mit UHF-RFID-Modul; der Honeywell PC45 ist für RFID aufrüstbar.
Etikettensoftware mit RFID-Unterstützung
Die Etikettensoftware im Sortiment unterstützt RFID; mit TEKLYNX CODESOFT lassen sich RFID-Smart-Tags erstellen.
Häufige Fragen zu RFID-Etiketten
RFID identifiziert Waren per Funk ohne Sichtverbindung, und der Einsatz braucht ein Lesegerät und einen Drucker, der den Chip codiert.
Was versteht man unter RFID?
RFID steht für Radio Frequency Identification und bezeichnet die Identifikation von Objekten per Funk ohne Sichtverbindung; nach GS1 Schweiz ergänzt RFID die Strichcodetechnik.
Wie funktionieren RFID-Etiketten?
Ein RFID-Etikett funktioniert, indem das Lesegerät ein Funksignal sendet, der passive Transponder daraus Energie bezieht und mit seiner Kennung antwortet; die Antwort entsteht, indem der Chip den Reflexionsgrad der Antenne moduliert.
Wo wird RFID eingesetzt?
Eingesetzt wird RFID in Logistik, Lagerverwaltung und Produktnachverfolgung, wo Waren automatisch identifiziert und lokalisiert werden.
Was sind die Nachteile von RFID?
Zu den Grenzen von RFID gehört, dass jedes Etikett ein Inlay aus Chip und Antenne braucht, dass zum Codieren ein RFID-fähiger Drucker und zum Lesen ein Lesegerät nötig sind und dass das UHF-Funkmodul auf die örtlichen Vorschriften eingestellt sein muss. Für Etiketten auf metallischen Flächen und für kleine Etiketten sieht der cab SQUIX eigens dafür ausgelegte Antennen vor.
Weiterführende Themen rund um RFID-Etiketten
RFID ist eines von drei Verfahren der automatischen Identifikation: Die Übersicht Automatische Identifikation: Barcode, 2D-Code und RFID stellt es neben Strichcode und 2D-Code und zeigt, welches Verfahren zu welcher Kennzeichnungsaufgabe passt. Für die Etikettierung mit RFID gehören Etikett, Drucker und Etikettensoftware zusammen.
Quellen
- GS1: EPC Radio-Frequency Identity Generation-2 UHF RFID Standard, Release 3.0.1, Februar 2026, Einleitung und Glossar, abgerufen am 25.09.2026
- GS1 US: What Is RFID Technology, and How Does It Work?, Webseite, abgerufen am 25.09.2026
- GS1 Switzerland: Capture with GS1 Standards, Webseite, abgerufen am 25.09.2026
- GS1 Switzerland: Global Trade Item Number GTIN – Identifikation von Artikeln und Dienstleistungen, Formate und Aufbau der GTIN, abgerufen am 25.09.2026
- ISO: ISO/IEC 18000-2:2009 – Radio frequency identification for item management, Part 2: below 135 kHz, Katalogseite, abgerufen am 25.09.2026
- ISO: ISO/IEC 18000-3:2010 – Radio frequency identification for item management, Part 3: at 13,56 MHz, Katalogseite, abgerufen am 25.09.2026
- ISO: ISO/IEC 18000-63:2021 – Radio frequency identification for item management, Part 63: 860 MHz to 960 MHz Type C, Katalogseite, abgerufen am 25.09.2026