EtikettierproblemeVeröffentlicht am Stand Fachlich geprüft von WILUX PRINT AG
Etikettierprobleme lösen: Haftung, Material und Lesbarkeit
Etikettierprobleme in Produktion und Logistik lassen sich lösen, wenn das beobachtete Störungsbild zuerst seiner Ursache zugeordnet wird: dem Klebstoff und dem Untergrund, der Temperatur und Feuchte beim Aufbringen, dem Druckkopf und Farbband, der Applikation an der Maschine, der Etikettenerkennung im Drucker oder der Lesbarkeit des gedruckten Codes. Ein Symptom wie das sich lösende Etikett hat mehrere Ursachen; deshalb steht die Prüfung vor dem Wechsel von Material oder Einstellung. Die Tabelle ordnet sieben Störungsbildern der Etikettierung die wahrscheinliche Ursache, den ersten Prüfschritt und den Artikel oder Abschnitt mit der Abhilfe zu.
| Störungsbild | Wahrscheinliche Ursache | Erster Prüfschritt | Abhilfe steht in |
|---|---|---|---|
| Etikett löst sich an Kanten oder Ecken | Untergrund, Klebstoffart, Temperatur und Feuchte beim Aufbringen, Andruck oder Lagerung der Etikettenrollen | Oberfläche im Moment des Aufbringens prüfen, weil Klebstoffe auf Fett oder Trennmittelresten nicht richtig haften | Artikel „Etiketten lösen sich: Ursachen und Abhilfe“ |
| Etikett hält auf einem Kunststoff oder einem bestimmten Untergrund nicht | Klebstoff passt nicht zum Untergrund; Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) haben eine niedrige Oberflächenenergie | Untergrundmaterial bestimmen | Artikel „Klebstoffe für Etiketten: Auswahl nach Untergrund“ |
| Etikett haftet auf gekühlter oder feuchter Oberfläche nicht | Kondensat oder Nässe auf der Oberfläche und die Temperatur beim Aufbringen | Zustand der Oberfläche beim Aufbringen prüfen | Artikel „Etiketten auf gekühlten und feuchten Oberflächen“ |
| Gedruckter Barcode wird nicht gelesen | Lesegerät, Kontrast, Hellzone, Grösse, Druckbild oder Material | Mit einem zweiten Lesegerät gegenlesen | Artikel „Barcode wird nicht gelesen: Ursachen und Prüfschritte“ |
| Druckbild zeigt weisse Linien, Verwischungen oder einseitig helle Stellen | Druckkopf verschmutzt oder Heizpunkte ausgefallen, Temperatur zu hoch, Etikett und Transferfolie passen nicht zusammen | Druckkopf reinigen | Abschnitt „Druckbild“ auf dieser Seite |
| Etikett wirft Falten oder Blasen | Maschine nicht auf das Etikettenmaterial abgestimmt oder Spendung nicht synchron zur Produktgeschwindigkeit | Synchronisation von Spendung und Produkttransport prüfen | Abschnitt „Applikation“ auf dieser Seite |
| Drucker erkennt das Etikett nicht | Etikettensensor falsch positioniert oder durch Papierstaub verschmutzt, Etikettenformat in der Software passt nicht zum eingelegten Material | Position und Sauberkeit des Etikettensensors prüfen | Abschnitt „Etikettenerkennung“ auf dieser Seite |
Störungsbild, Ursache und Prüfschritt: die Zuordnung vor der Massnahme
Ein Störungsbild ist das, was an Etikett, Druckbild oder Code sichtbar wird; seine Ursache liegt an einer bestimmten Station der Etikettierkette, und erst die Zuordnung zeigt, welche Massnahme wirkt. Die Etikettierung durchläuft fünf Stationen: die Etikettenrolle, den Etikettendrucker, die Applikation an der Maschine, die Produktoberfläche und den Leseort, an dem ein Barcode-Scanner den Code erfasst.
Die Etikettierkette hat fünf Stationen, an denen die Ursachen der sieben Störungsbilder liegen: die Etikettenrolle mit Material, Klebstoff und Lagerung, der Etikettendrucker mit Druckkopf, Farbband und Etikettensensor, die Applikation mit Spendekante, Applikator und Andruck, die Produktoberfläche mit Untergrund, Temperatur und Feuchte und der Leseort mit dem Barcode-Scanner. Weisse Linien und Verwischungen im Druckbild und ein nicht erkanntes Etikett entstehen im Drucker, Falten und Blasen in der Applikation; ein Etikett, das sich löst oder auf Kunststoff, gekühlter oder feuchter Oberfläche nicht haftet, zeigt ein Problem zwischen Klebstoff und Produktoberfläche. Ein nicht gelesener Barcode zeigt sich erst am Leseort; seine Ursache liegt im Druck, im Material oder im Lesegerät.
Störungsbild und Ursache
Dasselbe Störungsbild hat oft mehrere Ursachen. Ein Etikett löst sich, weil Fett oder Trennmittelreste auf dem Untergrund liegen, weil die Klebstoffart nicht zu Oberfläche, Umgebung und Haltedauer passt, weil Kondensat die Oberfläche bedeckt, weil der Andruck fehlt oder weil die Etikettenrollen nicht trocken und kühl gelagert waren. Die Tabelle nennt deshalb die wahrscheinliche Ursache, nicht jede denkbare. Die Reihenfolge ihrer Zeilen sagt nichts über die Häufigkeit der Störungen aus: Zuerst stehen Haftung und Lesbarkeit, die eigene Artikel vertiefen, danach Druckbild, Applikation und Etikettenerkennung, die diese Seite selbst behandelt.
Erster Prüfschritt
Der erste Prüfschritt klärt die Ursache, die sich ohne Wechsel von Material oder Einstellung prüfen lässt. Bei einem Etikett, das sich löst, ist das die Oberfläche: Auf Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtig, und ein Etikett mit anderem Klebstoff beseitigt diese Ursache nicht. Bei weissen Linien im Druckbild ist es die Reinigung des Druckkopfs; bleiben die Linien danach, sind Heizpunkte ausgefallen, und der Druckkopf wird gewechselt.
Haftungsprobleme: Klebstoff, Untergrund, Kälte und Andruck
Etiketten halten nicht, wenn der Haftklebstoff den Untergrund beim Aufbringen nicht ausreichend benetzt oder nicht zu Oberfläche, Umgebung und Haltedauer passt. Ein Haftklebstoff ist bei Raumtemperatur im trockenen Zustand dauerhaft klebrig und haftet schon unter kurzem, geringem Druck an einer Oberfläche, vorausgesetzt, er benetzt sie. Die Fehlersuche bei sich lösenden Etiketten führt der Artikel Etiketten lösen sich in fünf Prüfschritten vom Untergrund bis zur Lagerung der Etikettenrollen. Haftungsprobleme sind damit Etikettierprobleme, die zwischen Klebstoff und Produktoberfläche entstehen.
Klebstoff und Untergrund
Etikettenklebstoffe unterscheiden sich nach Haltedauer und Einsatz: Permanente kleben stark und dauerhaft, ablösbare lassen sich ohne Rückstände entfernen, Gefrierklebstoffe haften auch bei niedrigen Temperaturen, hitzeaktivierbare erst nach dem Erhitzen. Zur Benetzung kommt es nur, wenn die Oberflächenenergie des Untergrunds höher ist als die Oberflächenspannung des Klebstoffs; Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) haben eine niedrige Oberflächenenergie, und auf Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtig. Welche Klebstoffart zu welchem Untergrund passt, beschreibt der Artikel zur Etikettenkleber-Auswahl nach Untergrund. Für die Etikettierung liefert WILUX PRINT AG Etiketten mit permanentem, ablösbarem und starkem Klebstoff auf den Materialien Papier, PET, Vellum, PP, Kunststoff und Karton.
Gekühlte und feuchte Oberflächen
Liegt die Oberflächentemperatur gekühlter Ware unter der Taupunkttemperatur der feuchten Luft, kondensiert Wasserdampf an der Oberfläche; liegt sie zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt, wächst eine Eis- oder Frostschicht. Bei der Etikettierung gekühlter Ware trifft der Klebstoff dann auf Wasser oder Reif statt auf den Untergrund. Für Gefrier- und Kühlhäuser gibt es Gefrierklebstoffe, die auch bei niedrigen Temperaturen haften und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit sind; Kondensat, Anwendungs- und Einsatztemperatur behandelt der Artikel Etiketten auf gekühlten Oberflächen.
Andruck beim Aufbringen
Ein Haftklebstoff haftet unter Druck, deshalb gehört der Andruck zur Haftung. Beim Mitlaufadapter der Etikettiersysteme PLS41xx und PAS42xx schwenkt der Saugstempel pneumatisch synchron zum Produkt ab, mit einstellbarer Andruckkraft; der Desktop-Etikettierer PAD1000 bringt Etiketten im Stillstand mit einem gefederten Andruckstempel auf.
Druckbild: Druckkopf, Heizenergie und Farbband
Senkrechte weisse Linien im Druckbild entstehen durch einen verschmutzten Druckkopf oder ausgefallene Heizpunkte, Verwischungen durch Verschmutzung, zu hohe Temperatur oder eine ungünstige Kombination von Etikett und Transferfolie. So ordnet die Betriebsanleitung des Etikettendruckers cab SQUIX, Ausgabe 05/2025, diese Etikettierprobleme ihren Ursachen zu; Heizstufen, Geschwindigkeiten und Reinigungsmittel anderer Drucker stehen in deren eigenen Anleitungen.
Senkrechte weisse Linien
Senkrechte weisse Linien zeigen einen verschmutzten Druckkopf oder ausgefallene Heizpunkte an. Abhilfe ist zuerst die Reinigung des Druckkopfs; bleiben die Linien, ist der Druckkopf defekt und wird gewechselt.
Verwischungen und Leerstellen
Verwischungen oder Leerstellen entstehen durch einen verschmutzten Druckkopf, eine zu hohe Temperatur oder eine ungünstige Kombination von Etiketten und Transferfolie. Die Temperatur wird über die Software verringert; passen Etikett und Transferfolie nicht zusammen, hilft eine andere Foliensorte.
Einseitig helleres Druckbild
Ein auf einer Seite helleres Druckbild entsteht durch einen verschmutzten Druckkopf oder ein nicht justiertes Kopfandrucksystem. Abhilfe sind die Reinigung des Druckkopfs und die Einstellung des Kopfandrucksystems auf die Breite des Etikettenmaterials, damit die Druckqualität über die ganze Etikettenbreite gleichmässig ist.
Reinigung des Druckkopfs
Gereinigt wird der Druckkopf im direkten Thermodruck nach jedem Wechsel der Etikettenrolle und im Thermotransferdruck nach jedem Rollenwechsel der Transferfolie. Während des Drucks sammeln sich am Druckkopf Verunreinigungen, die sich als Kontrastunterschiede oder senkrechte Streifen zeigen; die regelmässige Reinigung hält nach der Anleitung das Druckbild gleichbleibend gut, beugt einem vorzeitigen Verschleiss des Druckkopfs vor und verhindert so Etikettierprobleme im Druckbild. Die Etikettendrucker im Sortiment von WILUX PRINT AG kommen von TSC, Honeywell, cab, Carl Valentin, Epson, Afinia und REA JET; zum Zubehör gehören Reinigungssets mit Reinigungskarten und Lösungen.
Applikation: Spendung, Andruck und Produktform
Falten und Blasen entstehen, wenn die Etikettiermaschine nicht auf das Etikettenmaterial abgestimmt ist oder die Spendung nicht synchron zur Produktgeschwindigkeit läuft. Diese Etikettierprobleme zeigen sich beim Aufbringen: Die Maschine trennt das Etikett von der Trägerfolie und bringt es über die Spendekante auf das Produkt; wie eine Etikettiermaschine dafür ausgelegt wird, hängt von Etikettenmaterial, Klebstoff und Produktform ab.
Falten und Blasen
Etikettiermaschinen werden technisch auf das Etikettenmaterial abgestimmt, etwa über den Spendemechanismus und die Druckeinstellungen. Eine korrekte Konfiguration bringt die Etiketten präzise und ohne Falten oder Blasen auf. Papieretiketten benötigen oft weniger Druckkraft, härtere Materialien wie Kunststoff- oder Metallfolien präzisere und stabilere Applikationsmechanismen.
Synchronisation im Durchlauf
Bei der Etikettierung im Durchlauf läuft die Spendung synchron zur Produktgeschwindigkeit. Beim Etikettenspender WLS-III mit Mitlaufadapter steuert ein Schrittmotor die Spendung; für das Etikettiersystem PLS41xx gibt es einen Drehgeber mit Reibrad oder Hohlwelle zur Geschwindigkeitssynchronisation. Der Düsenadapter des WLS-III schiesst das Etikett berührungslos per Luftstoss auf das Produkt, der Pneumatikadapter senkt die Spendekante auf das stehende Produkt ab.
Unregelmässige und gewölbte Formen
Die Etikettierung unregelmässiger Formen verlangt eine hohe Flexibilität in der Applikation, damit das Etikett auf der ganzen Oberfläche gleichmässig haftet. Die Etikettenmaterialien müssen flexibel genug sein, um sich der Form anzupassen, ohne zu reissen oder Falten zu werfen; für kleine Radien eignen sich weiche Folien und Papiere mit einem darauf abgestimmten Kleber.
Etikettenerkennung: Etikettensensor, Etikettenlücke und Einlegeweg
Ein Drucker erkennt das Etikett nicht, wenn der Etikettensensor die Etikettenlücke oder eine Reflex- oder Perforationsmarke nicht erfasst, verschmutzt ist oder das Etikettenformat der Software nicht zum eingelegten Material passt. Die Betriebsanleitung des cab SQUIX nennt dafür drei Stellen: die Position der Etikettenlichtschranke, ihre Sauberkeit und die Formateinstellung in der Software. Dieses Störungsbild zeigt sich als Meldung am Drucker, nicht am Etikett.
Durchlicht und Reflexion
Der Etikettensensor wird quer zur Laufrichtung des Materials so positioniert, dass er die Etikettenlücke oder eine Reflex- oder Perforationsmarke erfasst. Etikettendrucker arbeiten dafür mit Durchlicht und Reflexion: Der cab SQUIX hat einen Durchlicht- und einen Reflexsensor, die Datenblätter der Carl Valentin Compa V und Spectra II nennen einen Etikettensensor für Durchlicht und Reflexion von unten. Reflexmarken erkennt der cab SQUIX bei transluzenten Materialien auch im Durchlichtverfahren.
Verschmutzung durch Papierstaub
Etikettensensoren verschmutzen durch Papierstaub, und dann leidet die Erkennung des Etikettenanfangs oder der Druckmarke. Gereinigt wird die Etikettenlichtschranke so, wie es die Betriebsanleitung des jeweiligen Druckers vorgibt; beim cab SQUIX 6.3 und SQUIX 8.3 übernimmt das nach der Anleitung der Service.
Etikettenformat und Transferfolie
Die Meldung „Kein Etikett“ erscheint beim cab SQUIX, wenn das in der Software angegebene Etikettenformat nicht mit dem tatsächlichen übereinstimmt oder wenn Endlosmaterial eingelegt ist, die Software aber Etiketten erwartet; Abhilfe ist die Korrektur des Formats in der Software. Die Meldung „Folie entfernen“ erscheint, wenn eine Transferfolie eingelegt ist, der Drucker aber auf direkten Thermodruck eingestellt ist. Transportiert der Drucker das Etikettenmaterial, nicht aber die Transferfolie, ist die Folie falsch eingelegt.
Lesbarkeit: wenn ein gedruckter Code nicht gescannt wird
Ein sichtbarer Code wird nicht gescannt, wenn Kontrast, Hellzone, Grösse, Druckbild oder Material nicht passen oder das Lesegerät die Codeart nicht decodiert. Scanner senden rotes Licht aus, deshalb sind schwarze Balken auf weissem Hintergrund die beste Farbkombination, und die Hellzonen vor dem ersten und nach dem letzten Balken gehören zum Strichcode. Ein nicht gelesener Code zeigt sich als letztes Glied der Kette, erst am Leseort.
Code oder Lesegerät
Ein zweites Lesegerät zeigt, ob die Ursache am Code oder am Lesegerät liegt: Liest es den Code, liegt sie beim ersten Gerät oder am Leseort; liest es ihn ebenfalls nicht, liegt sie am Code. Laserbasierte Barcodescanner lesen lineare Barcodes, für QR- und DataMatrix-Codes braucht es einen kamerabasierten Codeleser. Die sieben Prüfschritte bis zur Messung der Druckqualität beschreibt der Artikel Barcode wird nicht gelesen.
Wartung und Service: wiederkehrende Störungen beheben lassen
Wiederkehrende Störungen behebt der Service von WILUX PRINT AG per Fernwartung über TeamViewer Assist AR, im Haus in Hinwil oder beim Kunden vor Ort. Mit Wartungsvertrag STANDARD oder PREMIUM ist eine Intervention vor Ort innerhalb von 24 Stunden ab Eingang der Störungsmeldung zugesichert; auch ohne Wartungsvertrag ist WILUX PRINT AG in den meisten Fällen innert 24 Stunden vor Ort.
Störung melden
Eine Störung meldet der Betrieb über die Zentrale +41 55 253 24 24. Bei Störungsanfragen zu einem Drucker gehören die Seriennummer und die Servicepaket-Nr. zur Meldung. Einsätze am Abend oder am Wochenende laufen über einen Pikett-Vertrag; wie der Service organisiert ist, zeigt die Serviceseite.
Wartung und Verschleissteile
Regelmässige Überprüfungen und Wartungen helfen, Probleme zu erkennen und zu beheben, bevor sie zu grösseren Ausfällen führen; dazu gehören die Kontrolle von Verschleissteilen und regelmässige Funktionsprüfungen. Beim Etikettendrucker werden Verschleissteile wie Rollen und Sensoren regelmässig ausgetauscht, und Reinigungssets halten die Druckmechanik frei von Staub, Schmutz und Ablagerungen. Die Instandhaltung lässt sich mit oder ohne Wartungsvertrag planen.
Häufige Fragen zu Etikettierproblemen
Jedes Etikettierproblem hat seine Ursache an einer Station der Kette: Klebstoff und Untergrund, Temperatur und Feuchte, Druckkopf und Farbband, Applikation, Etikettenerkennung oder Lesbarkeit.
Warum kann ich keine Etiketten drucken?
Ein Etikettendrucker in der Linie druckt nicht, wenn der Druckkopf nicht verriegelt ist, der Etikettensensor das Etikett nicht erkennt, das Etikettenformat der Software nicht zum eingelegten Material passt oder die Transferfolie nicht zum eingestellten Druckverfahren passt. Der cab SQUIX meldet diese Fälle als „Druckkopf abgeklappt“, „Kein Etikett“ und „Folie entfernen“.
Wie druckt man Etiketten richtig?
Etiketten werden richtig gedruckt, wenn Druckverfahren, Farbband und Etikettenmaterial zusammenpassen und der Druckkopf in den Abständen gereinigt wird, die die Betriebsanleitung vorgibt. Beim Thermodirektdruck schwärzt Hitze eine wärmeempfindliche Beschichtung des Etiketts, beim Thermotransferdruck überträgt Hitze die Farbe eines Farbbands auf das Etikett.
Weiterführende Themen rund um Etikettierprobleme
Vier Artikel vertiefen die Störungsbilder, deren Ursache zwischen Klebstoff, Untergrund und Lesegerät liegt: die Klebstoffwahl nach Untergrund, die Prüfschritte bei sich lösenden Etiketten, die Etikettierung gekühlter und feuchter Oberflächen und die Prüfschritte bei nicht gelesenen Barcodes.
Etikettenklebstoffe
Die Klebstoffart folgt aus Oberfläche, Umgebung und Haltedauer: permanent, ablösbar, Gefrierklebstoff, hitzeaktivierbar oder wasserlöslich, und auf PE und PP entscheidet die niedrige Oberflächenenergie.
Etiketten lösen sich
Etiketten lösen sich, wenn der Klebstoff den Untergrund nicht benetzt oder nicht zu Umgebung und Haltedauer passt; fünf Prüfschritte vom Untergrund bis zur Lagerung finden die Ursache.
Gekühlte und feuchte Oberflächen
Auf gekühlter Ware bildet sich Kondensat, sobald die Oberfläche kälter ist als der Taupunkt der Luft; entscheidend sind der Zustand der Oberfläche beim Aufbringen, der Gefrierklebstoff und die Trennung von Anwendungs- und Einsatztemperatur.
Barcode wird nicht gelesen
Ein nicht gelesener Barcode wird in sieben Schritten geprüft: zweites Lesegerät, Kontrast, Hellzone, X-Modul, Druckbild, Material und zuletzt die Druckqualität nach ISO/IEC 15416 oder ISO/IEC 15415.
Quellen
- cab Produkttechnik GmbH & Co KG: Betriebsanleitung Etikettendrucker SQUIX, Ausgabe 05/2025, Art.-Nr. 9009901, Abschnitte 4.2.3, 4.4, 6.3, 6.4, 7.2 (Tabelle 7) und 7.3 (Tabelle 8), abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IFAM: Benetzbarkeit von Oberflächen für sichere Adhäsion, Abschnitte zur Benetzungsregel und zu Oberflächen mit Fett- oder Trennmittelresten, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer UMSICHT: BioPSA – Biobasierte Haftklebstoffe, Projektbeschreibung, Begriff Haftklebstoff, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IPA: Im Infrarotspektrum sichtbare Aktivierung von Kunststoffoberflächen, Beitrag vom 19.03.2026, Oberflächenenergie von PE und PP, abgerufen am 25.09.2026
- Bundesamt für Energie BFE, Forschungsprogramm UAW: LOREF Teil 2: Mathematisch-physikalische Simulation des Lamellenluftkühlers mit Kondensat- und Frostbildung, Schlussbericht, April 2008, Kapitel 2 „Abkühlung feuchter Luft mit Partialkondensation und -desublimation“, abgerufen am 25.09.2026
- GS1 Switzerland: Farbpalette, Version 2.0, November 2016, Abschnitt „Balkenfarben sind entscheidend“, abgerufen am 25.09.2026