EtikettierproblemeVeröffentlicht am Stand Fachlich geprüft von WILUX PRINT AG
Etiketten lösen sich: Ursachen und Abhilfe
Etiketten lösen sich, wenn der Haftklebstoff den Untergrund beim Aufbringen nicht ausreichend benetzt oder nicht zu Oberfläche, Umgebung und Haltedauer passt. Haftungsprobleme werden in fünf Schritten eingegrenzt: Untergrund, Klebstoffart, Temperatur und Feuchte, Andruck und Applikation, Lagerung der Etikettenrollen. Der Untergrund kommt zuerst, weil Klebstoffe auf Fett oder Trennmittelresten nicht richtig anhaften; ein anderes Etikett beseitigt diese Ursache nicht.
- Untergrund prüfen: Material und Oberflächenenergie, Fett, Öl oder Trennmittelreste, Rauheit und Wölbung der Klebestelle. Auf Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtig, und Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) haben eine niedrige Oberflächenenergie.
- Klebstoffart prüfen: Sie muss zu Oberfläche, Umgebung und Haltedauer des Etiketts passen.
- Temperatur und Feuchte prüfen: Kondensat oder Reif beim Aufbringen und die Bedingungen im Einsatz.
- Andruck und Applikation prüfen: Andruckkraft und Applikator, Abstimmung der Maschine auf das Etikettenmaterial und Synchronisation der Spendung mit dem Produkt.
- Lagerung der Etikettenrollen prüfen: Etiketten gehören an einen trockenen und kühlen Ort.
Etikettenhaftung: wie ein Haftetikett hält
Ein Haftetikett hält, weil sein Haftklebstoff bei Raumtemperatur dauerklebrig ist, unter kurzem, geringem Druck an der Oberfläche haftet und diese dabei benetzt. Fehlt eine dieser Bedingungen, entstehen Haftungsprobleme: an der Oberfläche, beim Klebstoff, bei Temperatur und Feuchte oder beim Andruck.
Der Ursachenbaum ordnet die Gründe, aus denen sich Etiketten lösen, in fünf Äste in der Reihenfolge der Prüfung. Der erste Ast ist der Untergrund: Kunststoffe wie PE und PP mit niedriger Oberflächenenergie, Fett, Öl oder Trennmittelreste auf der Oberfläche, raue, unebene oder gewölbte Oberflächen. Der zweite Ast ist die Klebstoffart: permanent oder ablösbar, Gefrierklebstoff für Kälte, stärkerer Klebstoff für raue Oberflächen. Der dritte Ast sind Temperatur und Feuchte: Kondensat, wenn die Oberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur der feuchten Luft liegt, und Reif oder Eis, wenn sie zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt liegt. Der vierte Ast ist die Applikation: Andruck und Applikator, die Abstimmung der Maschine auf das Etikettenmaterial und die Synchronisation der Spendung mit dem Produkt. Der fünfte Ast ist die Lagerung der Etikettenrollen an einem trockenen und kühlen Ort.
Haftklebstoff
Nach Fraunhofer UMSICHT ist ein Haftklebstoff im trockenen Zustand bei Raumtemperatur dauerhaft klebrig und haftet schon unter kurzem, geringem Druck; Klebebänder und Klebeetiketten nutzen dieses Prinzip. Auf dem Etikett sitzt er als Klebeschicht zwischen dem Etikett und der Silikonschicht des Trägerpapiers, und nach dem Spenden berührt nur er die Produktoberfläche.
Benetzung
Gute Benetzbarkeit der Oberfläche ist die Voraussetzung eines guten Klebergebnisses: Zur Benetzung kommt es nur, wenn die Oberflächenenergie des Festkörpers höher ist als die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Verunreinigungen wie Trennmittelreste, Öle, Fette oder Fingerabdrücke stören die Benetzung, und dann haftet auch ein passender Klebstoff nicht richtig.
Untergrund: Material, Oberflächenenergie, Verschmutzung und Struktur prüfen
Der Untergrund wird zuerst geprüft: Fett oder Trennmittelreste verhindern die Haftung, PE und PP haben eine niedrige Oberflächenenergie, und raue, unebene oder gewölbte Oberflächen stellen eigene Anforderungen an Klebstoff und Material. Geprüft wird an der Klebestelle selbst, in drei Durchgängen: Material, Verschmutzung, Struktur und Form.
Material und Oberflächenenergie
Zuerst wird bestimmt, aus welchem Material die Klebestelle besteht. Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) sind chemisch recht unempfindlich und haben eine niedrige Oberflächenenergie; ein Klebstoff benetzt sie schlechter als Oberflächen mit hoher Oberflächenenergie. Beflammen, Corona- oder Plasmabehandlung erzeugen auf diesen Kunststoffen polare chemische Gruppen. Welche Klebstoffart zu welchem Untergrund passt, beschreibt der Artikel zur Etikettenkleber-Auswahl nach Untergrund.
Fett, Öl und Trennmittel
Danach wird die Klebestelle auf Verunreinigungen geprüft: Auf Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtig, und auch Öle und Fingerabdrücke stören die Benetzung. Die Fehlerquelle liegt hier nicht am Etikett; ein Etikett mit anderem Klebstoff beseitigt sie nicht.
Rauheit und Wölbung
Zuletzt zählen Struktur und Form der Klebestelle, denn auch sie bestimmen die Haftung: Raue oder unebene Oberflächen verlangen stärkere Klebstoffe, gewölbte Oberflächen mit kleinen Radien weiche Folien oder Papiere mit darauf abgestimmtem Kleber. Etikettenmaterialien für unregelmässige Formen müssen flexibel genug sein, um sich der Form anzupassen, ohne zu reissen oder Falten zu werfen.
Klebstoffart: Paarung mit Oberfläche, Umgebung und Haltedauer prüfen
Die Klebstoffart passt, wenn sie zu Oberfläche, Umgebung und Haltedauer passt: permanent für dauerhafte, ablösbar für temporäre Kennzeichnung, Gefrierklebstoff für Kälte und ein stärkerer Klebstoff für raue oder unebene Oberflächen. Geprüft wird, welcher Klebstoff auf der Rolle ist und ob er zum Einsatz der Etikettierung passt.
Permanent oder ablösbar
Permanente Klebstoffe kleben stark und dauerhaft und lassen sich normalerweise nicht ohne Beschädigung von Etikett oder Oberfläche entfernen; ablösbare lassen sich ohne Rückstände wieder entfernen. Bei Haftungsproblemen mit Etiketten, die dauerhaft halten sollen, wird geprüft, ob die Rolle einen ablösbaren statt eines permanenten Klebstoffs trägt. Was ablösbare von permanent klebenden Etiketten unterscheidet, zeigt die Katalogseite für ablösbare Etiketten.
Klebstoff für Kälte und raue Oberflächen
Für Gefrier- und Kühlhäuser gibt es Gefrierklebstoffe, die auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig haften und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit sind; auf rauen oder unebenen Oberflächen brauchen Etiketten stärkere Klebstoffe. Fehlt die Haftung in der Kälte oder auf rauem Untergrund, wird geprüft, ob die Rolle einen dafür vorgesehenen Klebstoff trägt.
Temperatur und Feuchte: Bedingungen beim Aufbringen und im Einsatz prüfen
Temperatur und Feuchte wirken zweimal: beim Aufbringen, wenn Kondensat oder Reif die Oberfläche bedeckt oder die Temperatur nicht zur Klebstoffart passt, und im Einsatz, wenn das Etikett Kälte, Feuchte oder Wärme standhalten muss. Beide Momente werden bei Haftungsproblemen getrennt geprüft.
Kondensat auf gekühlten Oberflächen
Liegt die Oberflächentemperatur gekühlter Ware unter der Taupunkttemperatur der feuchten Luft, kondensiert Wasserdampf an der Oberfläche und bildet einen Kondensatfilm; liegt sie zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt, wächst eine Eis- oder Frostschicht. Der Klebstoff trifft dann auf Wasser oder Reif statt auf den Untergrund. In der Etikettierung gekühlter Ware wird deshalb der Zustand der Oberfläche im Moment des Aufbringens geprüft; Kondensat, Anwendungs- und Einsatztemperatur vertieft der Artikel zur Kalt- und Feuchtanwendung.
Bedingungen im Einsatz
Nach dem Aufbringen muss die Haftung den Bedingungen standhalten, unter denen das Produkt gelagert und transportiert wird. Temperatur, Feuchtigkeit und Licht entscheiden mit über Material und Klebstoff, und Etiketten für Produkte im Freien oder unter rauen Bedingungen brauchen widerstandsfähigere Materialien und Klebstoffe als Etiketten für Produkte, die unter kontrollierten Bedingungen lagern.
Andruck und Applikation: Andruckkraft, Applikator und Synchronisation prüfen
Ein Haftklebstoff haftet unter Druck; deshalb gehören der Andruck des Applikators, die Abstimmung der Maschine auf das Etikettenmaterial und die Synchronisation der Spendung mit dem Produkt zu den Prüfschritten. Geprüft wird an der Maschine, wie das Etikett auf das Produkt kommt.
Andruckkraft und Applikator
Wie ein Etikett angedrückt wird, hängt vom Applikator ab. Beim Mitlaufadapter der Etikettiersysteme PLS41xx und PAS42xx schwenkt der Saugstempel pneumatisch synchron zum Produkt ab, mit einstellbarer Andruckkraft; der Desktop-Etikettierer PAD1000 arbeitet im Stillstand mit einem gefederten Andruckstempel; der Düsenadapter des Etikettenspenders WLS-III schiesst das Etikett berührungslos per Luftstoss auf das Produkt.
Abstimmung auf das Etikettenmaterial
Etikettiermaschinen werden technisch auf das Etikettenmaterial abgestimmt, etwa über Spendemechanismus und Druckeinstellungen. Papieretiketten benötigen oft weniger Druckkraft, härtere Materialien wie Kunststoff- oder Metallfolien präzisere und stabilere Applikationsmechanismen; eine korrekte Konfiguration bringt das Etikett ohne Falten oder Blasen auf. Wie eine Etikettiermaschine auf Material, Klebstoff und Produkt ausgelegt wird, zeigt die Katalogseite.
Synchronisation im Durchlauf
Bei der Etikettierung im Durchlauf muss die Spendung synchron zur Produktgeschwindigkeit laufen. Beim Etikettenspender WLS-III mit Mitlaufadapter übernimmt das ein Schrittmotor; für das Etikettiersystem PLS41xx gibt es einen Drehgeber mit Reibrad oder Hohlwelle zur Geschwindigkeitssynchronisation.
Lagerung der Etikettenrollen: Bedingungen vor dem Einsatz prüfen
Etikettenrollen werden an einem trockenen und kühlen Ort gelagert. Der Prüfschritt fragt deshalb, wo die Rollen vor dem Einsatz lagen und ob sie aus einem feuchten oder warmen Bereich an die Linie kamen.
Trocken und kühl
Die Lagerung an einem trockenen und kühlen Ort gilt für die Etikettenrollen wie für die Thermotransferbänder, die zudem fern von direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen lagern.
Häufige Fragen zu sich lösenden Etiketten
Ein Etikett, das sich löst, zeigt ein Problem an der Grenze von Klebstoff und Oberfläche; die Prüfschritte beginnen deshalb am Untergrund.
Wie kann ich Etiketten festkleben?
Ein Etikett klebt fest, wenn die Klebestelle frei von Fett, Öl und Trennmittelresten ist, die Klebstoffart zu Untergrund, Umgebung und Haltedauer passt, die Oberfläche beim Aufbringen trocken ist und der Applikator das Etikett mit Andruck aufbringt. Fehlt eine dieser Bedingungen, führt der entsprechende Prüfschritt zur Ursache.
Was löst Etiketten?
In der Linie lösen sich Etiketten durch Verunreinigungen auf der Oberfläche, durch Kunststoffe mit niedriger Oberflächenenergie wie PE und PP, durch einen Klebstoff, der nicht zu Oberfläche, Umgebung oder Haltedauer passt, durch Kondensat oder Reif beim Aufbringen und durch fehlenden Andruck.
Haftungsprobleme mit WILUX PRINT AG klären: Etiketten, Applikation und Service
Zu einem Haftungsproblem gehören bei WILUX PRINT AG drei Lösungen: Etiketten mit passender Klebstoffart, Etikettiersysteme mit einstellbarem Andruck und synchroner Spendung und der Service für die Anlage. Entwickelt und gefertigt werden die WILUX-Etikettiersysteme in Hinwil.
Etiketten und Klebstoffarten
WILUX PRINT AG liefert Etiketten mit permanentem, ablösbarem und starkem Klebstoff, für extreme Kältebedingungen einen Tiefkühlkleber und Etiketten für extreme Belastungen, die auf einem Motorblock, auf rauem Holz oder auf tiefgefrorenen Produkten halten.
Etikettiersysteme und Applikatoren
Die Etikettiersysteme PLS41xx und PAS42xx bringen Etiketten mit dem Mitlaufadapter und einstellbarer Andruckkraft auf das bewegte Produkt, der Etikettenspender WLS-III spendet mit Mitlauf-, Düsen- oder Pneumatikadapter, und der Desktop-Etikettierer PAD1000 etikettiert im Stillstand mit gefedertem Andruckstempel.
Service und Beratung
Der Service von WILUX PRINT AG hält Etikettier- und Kennzeichnungssysteme per Fernwartung über TeamViewer Assist AR, im Haus in Hinwil oder beim Kunden vor Ort im Betrieb. Anfragen laufen über die Zentrale +41 55 253 24 24.
Weiterführende Themen rund um die Etikettenhaftung
Ein Etikett, das sich löst, ist eines von sieben Störungsbildern, die die Übersicht Etikettierprobleme lösen: Haftung, Material und Lesbarkeit ihren Ursachen zuordnet; dort stehen auch Druckbild, Applikation und Etikettenerkennung.
Quellen
- Fraunhofer UMSICHT: BioPSA – Biobasierte Haftklebstoffe, Projektbeschreibung, Begriff Haftklebstoff, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IFAM: Benetzbarkeit von Oberflächen für sichere Adhäsion, Abschnitte zur Benetzungsregel und zu Oberflächen mit Fett- oder Trennmittelresten, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IFAM, Blog Sicher Kleben: Benetzung im Klebprozess, Beitrag vom 12.08.2026, Benetzbarkeit und Verunreinigungen, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IPA: Im Infrarotspektrum sichtbare Aktivierung von Kunststoffoberflächen, Beitrag vom 19.03.2026, Oberflächenenergie von PE und PP, Beflammen, Corona und Plasma, abgerufen am 25.09.2026
- Bundesamt für Energie BFE, Forschungsprogramm UAW: LOREF Teil 2: Mathematisch-physikalische Simulation des Lamellenluftkühlers mit Kondensat- und Frostbildung, Schlussbericht, April 2008, Kapitel 2 „Abkühlung feuchter Luft mit Partialkondensation und -desublimation“, abgerufen am 25.09.2026