EtikettierproblemeVeröffentlicht am Stand Fachlich geprüft von WILUX PRINT AG
Etiketten auf gekühlten und feuchten Oberflächen
Auf gekühlten und feuchten Oberflächen haftet ein Etikett nur, wenn sein Klebstoff den Untergrund selbst erreicht und zur Temperatur beim Aufbringen passt. Liegt die Oberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur der umgebenden feuchten Luft, kondensiert Wasserdampf an der Oberfläche, etwa wenn Kühlware in einen wärmeren Raum kommt; deutlich unter dem Gefrierpunkt bilden sich Reif und Eis. Für Gefrier- und Kühlhäuser gibt es Gefrierklebstoffe, die auch bei niedrigen Temperaturen haften und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit sind; für den Klebstoff zählen dabei zwei Grenzen, die Anwendungstemperatur beim Aufbringen und die Einsatztemperatur danach.
- Taupunkttemperatur
- Die Grenze, unter der Wasserdampf aus feuchter Luft an einer kälteren Fläche kondensiert; liegt die Oberfläche darüber, bleibt sie trocken.
- Kondensat
- Wasser, das sich als Film auf einer Oberfläche bildet, deren Temperatur unter der Taupunkttemperatur der Luft liegt.
- Anwendungstemperatur
- Die Temperatur von Etikett und Oberfläche im Moment des Aufbringens.
- Einsatztemperatur
- Die Temperatur, der das aufgebrachte Etikett danach standhalten muss, in Lager, Transport und Gebrauch.
- Gefrierklebstoff
- Ein Etikettenklebstoff für Gefrier- und Kühlhäuser, der auch bei niedrigen Temperaturen haftet und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit ist.
Kondensat und Taupunkt: warum gekühlte Oberflächen nass werden
Gekühlte Oberflächen werden nass, weil Wasserdampf aus der feuchten Luft an einer Fläche kondensiert, deren Oberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur der Luft liegt. So beschreibt es der Schlussbericht LOREF des Bundesamts für Energie für Kühlflächen in feuchter Luft; auf Kühlware an der Etikettierstelle wirkt derselbe Vorgang.
Kommt gekühlte Ware in feuchte, wärmere Luft, entscheidet die Oberflächentemperatur über den Zustand der Oberfläche. Liegt sie nicht unter der Taupunkttemperatur der Luft, bleibt die Oberfläche trocken. Liegt sie darunter, kondensiert Wasserdampf aus der feuchten Luft an der Fläche und bildet einen Kondensatfilm. Liegt sie zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt von Wasser, entsteht eine anwachsende Eis- oder Frostschicht. Ein Etikett trifft im zweiten und dritten Fall zuerst auf Wasser oder Reif statt auf den Untergrund.
Taupunkttemperatur
Die Taupunkttemperatur ist eine Grösse der feuchten Luft: Liegt die Temperatur einer Fläche unter ihr, kondensiert Wasserdampf an dieser Fläche, liegt sie darüber, bleibt die Fläche trocken. Massgebend ist die Temperatur der Oberfläche, auf die das Etikett kommt, nicht die Temperatur des Raums.
Kondensatfilm
Liegt die Oberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur, aber nicht markant unter dem Gefrierpunkt von Wasser, bildet sich an der Fläche ein Kondensatfilm. Für das Etikett heisst das: Der Klebstoff trifft zuerst auf Wasser und nicht auf den Untergrund, den er benetzen muss.
Reif und Eis unter dem Gefrierpunkt
Liegt die Oberflächentemperatur zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt, geht Wasserdampf direkt in Eis oder Frost über, und an der Fläche wächst eine Eis- oder Frostschicht. Knapp unter dem Gefrierpunkt kondensiert der Wasserdampf zuerst und erstarrt dann mit Verzögerung.
Anwendungstemperatur und Einsatztemperatur: zwei Grenzen des Klebstoffs
Die Anwendungstemperatur ist die Temperatur von Etikett und Oberfläche beim Aufbringen, die Einsatztemperatur die Temperatur, der das aufgebrachte Etikett danach standhalten muss; beide sind eigene Grenzen eines Klebstoffs. Eine Temperaturangabe zu einem Etikettenklebstoff ist deshalb erst eindeutig, wenn sie sagt, ob sie für das Aufbringen oder für den Einsatz gilt.
Anwendungstemperatur
Die Anwendungstemperatur betrifft den Moment des Aufbringens. Ein Haftklebstoff ist bei Raumtemperatur dauerklebrig und haftet unter kurzem, geringem Druck, und er haftet nur so gut, wie er die Oberfläche benetzt, die er berührt. Bei gekühlter Ware ist diese Oberfläche kalt, und je nach Taupunkt der Luft liegt Kondensat oder Reif darauf.
Einsatztemperatur
Die Einsatztemperatur betrifft die Zeit nach dem Aufbringen: Lagerung der gekühlten Ware im Kühl- oder Gefrierhaus, Transport und Temperaturschwankungen. Gefrierklebstoffe sind für Gefrier- und Kühlhäuser entwickelt und haften auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig; wetterfeste Etiketten halten Temperaturschwankungen stand.
Oberflächenzustand beim Aufbringen: trocken, Kondensat oder Reif
Beim Etikettieren ist eine gekühlte Oberfläche in einem von drei Zuständen: trocken, wenn sie nicht unter die Taupunkttemperatur der Luft abgekühlt ist, mit Kondensatfilm, wenn sie darunter liegt, und mit Reif oder Eis, wenn sie zusätzlich deutlich unter dem Gefrierpunkt liegt. Geprüft wird bei der Etikettierung deshalb der Zustand der Oberfläche im Moment des Aufbringens, nicht das Etikett.
| Zustand | Oberflächentemperatur | Folge für das Etikett |
|---|---|---|
| Trocken | nicht unter der Taupunkttemperatur der Luft | Der Klebstoff trifft auf den Untergrund. |
| Kondensatfilm | unter der Taupunkttemperatur, aber nicht markant unter dem Gefrierpunkt | Der Klebstoff trifft zuerst auf Wasser. |
| Reif oder Eis | unter der Taupunkttemperatur und deutlich unter dem Gefrierpunkt | Der Klebstoff trifft auf Reif oder Eis. |
Trockene Oberfläche
Trocken bleibt eine gekühlte Oberfläche, solange ihre Temperatur die Taupunkttemperatur der umgebenden Luft nicht unterschreitet. Dann trifft der Klebstoff auf den Untergrund, und es gilt die Klebstoffwahl nach Untergrund wie bei der Etikettierung ungekühlter Ware.
Kondensatfilm
Auf einer gekühlten Oberfläche mit Kondensatfilm trifft der Klebstoff zuerst auf Wasser. Gute Benetzbarkeit der Oberfläche ist die Voraussetzung eines guten Klebergebnisses; ein Wasserfilm zwischen Klebstoff und Untergrund nimmt dem Klebstoff den Kontakt zur Oberfläche, die er benetzen soll.
Reif und Eis
Liegen Reif oder Eis auf der gekühlten Oberfläche, trifft der Klebstoff auf eine Frostschicht, die weiter anwächst, solange die Fläche deutlich unter dem Gefrierpunkt liegt. Kondensat und Reif gehören zu den Ursachen, aus denen sich Etiketten lösen; die übrigen Ursachen und ihre Prüfung ordnet der Artikel zu Haftungsproblemen in fünf Prüfschritten.
Gefrierklebstoffe und Tiefkühlkleber: Etiketten für Kühl- und Gefrierhäuser
Für Gefrier- und Kühlhäuser gibt es Gefrierklebstoffe, die auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig haften und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit sind; WILUX PRINT AG führt für extreme Kältebedingungen einen Tiefkühlkleber. Beide sind für Etiketten auf gekühlter und tiefgefrorener Ware gedacht, die nach dem Aufbringen Kälte und Feuchte aushalten müssen.
Gefrierklebstoff
Gefrierklebstoffe sind speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen das Etikett extremen Temperaturen standhalten muss, etwa in Gefrier- oder Kühlhäusern. Welche Klebstoffart zu welchem Untergrund und Einsatz passt, von permanent bis wasserlöslich, beschreibt der Artikel zur Etikettenkleber-Auswahl nach Untergrund.
Tiefkühlkleber im Sortiment
Für extreme Kältebedingungen führt WILUX PRINT AG bei den permanent klebenden Etiketten einen Tiefkühlkleber, mit dem Etiketten auch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt haften und lesbar bleiben. Dazu kommen Tiefkühletiketten, die für extrem kalte Umgebungen entwickelt sind.
Feuchte und nasse Oberflächen: Material, Veredelung und Klebstoff
Feuchte wirkt zweimal: Beim Aufbringen muss der Klebstoff den Untergrund benetzen und nicht einen Wasserfilm, im Einsatz muss das Etikett Wasser aushalten; dafür gibt es wetterfeste Etiketten, Kunststoffmaterialien wie PE, PP und PET und Veredelungen wie Schutzlack oder Folienkaschierung. Material und Veredelung entscheiden über die Zeit nach dem Aufbringen, der Oberflächenzustand über den Moment davor.
Wasserbeständige Materialien
Polyethylen-Etiketten sind widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Polypropylen- und PET-Etiketten beständig gegen Wasser. Wetterfeste Etiketten verbinden eine starke Haftung mit Widerstandsfähigkeit gegen Wasser, Schmutz und Temperaturschwankungen und halten auf Metall, Kunststoff, Glas oder Holz; Material und Beständigkeit zeigt die Katalogseite zu den wetterfesten Etiketten.
Veredelung gegen Feuchtigkeit
Veredelungen wie Schutzlack oder Folienkaschierung schützen permanent klebende Etiketten vor Feuchtigkeit und Schmutz. Flaschenetiketten gibt es aus Materialien, die wasser-, öl-, hitze- oder tiefkühlfest sind, mit einer matten oder glänzenden Veredelung, die das Etikett zusätzlich vor äusseren Einflüssen schützt. Für feuchte oder fettige Oberflächen führt WILUX PRINT AG Etiketten, deren Klebstoff darauf ausgelegt ist.
Häufige Fragen zu Etiketten in Kühlung und Feuchte
Der Zustand der Oberfläche im Moment des Aufbringens entscheidet, ob ein Etikett auf gekühlter oder feuchter Ware hält.
Wie beschrifte ich Gefriergut?
Gefriergut wird in der Produktion mit Etiketten gekennzeichnet, deren Gefrierklebstoff oder Tiefkühlkleber auch bei niedrigen Temperaturen haftet und deren Material Feuchtigkeit aushält. Aufgebracht wird das Etikett auf eine Oberfläche ohne Kondensat und ohne Reif.
Wie kann ich Flaschenetiketten wasserfest machen?
Flaschenetiketten werden in der Abfüllung wasserfest, wenn Material, Veredelung und Klebstoff für Wasser ausgelegt sind: ein Material, das wasser- oder tiefkühlfest ist, eine matte oder glänzende Veredelung und ein Klebstoff, der beim Aufbringen den Untergrund benetzt und nicht einen Kondensatfilm auf gekühlten Flaschen.
Wie klebt man Etiketten auf Glas?
Auf Glas klebt ein Etikett, wenn die Glasoberfläche beim Aufbringen trocken ist; auf gekühlten Flaschen bildet sich Kondensat, sobald ihre Oberflächentemperatur unter der Taupunkttemperatur der umgebenden Luft liegt. Wetterfeste Etiketten halten auf Glas, und für Etiketten auf Glaswaren, die wieder entfernt werden, gibt es ablösbare Etiketten.
Wie lagere ich Etiketten am besten?
Etiketten werden an einem trockenen und kühlen Ort gelagert; Thermotransferbänder ebenfalls kühl und trocken, fern von direkter Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen.
Etiketten für die Kühlkette mit WILUX PRINT AG
Für die Kühlkette liefert WILUX PRINT AG permanent klebende Etiketten mit Tiefkühlkleber, wetterfeste Etiketten und Flaschenetiketten aus wasser- und tiefkühlfesten Materialien und berät bei der Auswahl. Die Etiketten für die Etikettierung in Kälte und Feuchte werden nach Untergrund, Oberflächenzustand beim Aufbringen und Einsatztemperatur gewählt.
Etiketten für Kälte und Feuchte
Zum Sortiment gehören der Tiefkühlkleber für extreme Kältebedingungen, Tiefkühletiketten für extrem kalte Umgebungen, wetterfeste Etiketten gegen Wasser, Schmutz und Temperaturschwankungen und Flaschenetiketten aus wasser-, öl-, hitze- oder tiefkühlfesten Materialien. Bei vorverpackten Lebensmitteln in der Kühlkette müssen die Pflichtangaben an gut sichtbarer Stelle, deutlich, gut lesbar und dauerhaft auf der Verpackung oder auf einem daran befestigten Etikett stehen; welche Angaben das sind, zeigt die Seite zur Lebensmittelkennzeichnung in der Schweiz.
Beratung zur Kühlkette
WILUX PRINT AG berät bei der Auswahl der Etikettenlösung hinsichtlich Grösse, Material und Design; Anfragen laufen über die Zentrale +41 55 253 24 24.
Weiterführende Themen rund um Etiketten in Kälte und Feuchte
Ein Etikett, das auf gekühlter oder feuchter Oberfläche nicht haftet, ist eines von sieben Störungsbildern der Etikettierung, die die Übersicht Etikettierprobleme lösen: Haftung, Material und Lesbarkeit ihren Ursachen zuordnet; dort stehen auch Klebstoff und Untergrund, Andruck, Druckbild und Lesbarkeit.
Quellen
- Bundesamt für Energie BFE, Forschungsprogramm UAW: LOREF Teil 2: Mathematisch-physikalische Simulation des Lamellenluftkühlers mit Kondensat- und Frostbildung, Schlussbericht, April 2008, Kapitel 2 „Abkühlung feuchter Luft mit Partialkondensation und -desublimation“, Abschnitte 2.1 und 2.3, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer IFAM: Benetzbarkeit von Oberflächen für sichere Adhäsion, Abschnitt zur Benetzungsregel, abgerufen am 25.09.2026
- Fraunhofer UMSICHT: BioPSA – Biobasierte Haftklebstoffe, Projektbeschreibung, Begriff Haftklebstoff, abgerufen am 25.09.2026