EtikettierproblemeVeröffentlicht am Stand Fachlich geprüft von WILUX PRINT AG

Klebstoffe für Etiketten: Auswahl nach Untergrund

Die Klebstoffart eines Etiketts richtet sich nach drei Fragen: auf welche Oberfläche es geklebt wird, in welcher Umgebung es hält und wie lange es halten soll. Permanente kleben stark und dauerhaft, ablösbare lassen sich rückstandsfrei entfernen, Gefrierklebstoffe haften auch bei niedrigen Temperaturen, hitzeaktivierbare haften erst nach dem Erhitzen. Auf Kunststoffen wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) mit niedriger Oberflächenenergie und auf Oberflächen mit Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe schwerer. Die Matrix ordnet neun Untergründen und Einsatzfällen die passende Klebstoffart und den Prüfschritt vor der Serie zu.

Klebstoffart nach Untergrund und Einsatz
Untergrund oder EinsatzKlebstoffartWorauf es ankommtPrüfschritt vor der Serie
Dauerhafte Produkt- und VersandkennzeichnungPermanentKlebt stark und dauerhaft und lässt sich normalerweise nicht ohne Beschädigung von Etikett oder Oberfläche entfernenOberfläche, Umgebung und Haltedauer festlegen
Temporäre Kennzeichnung und Preisauszeichnung auf Regalen, Akten und GlaswarenAblösbarLässt sich später ohne Rückstände entfernen, ohne die Oberfläche zu beschädigenRückstandsfreies Ablösen auf dem Originaluntergrund prüfen
Tiefkühl- und KühlhauswareGefrierklebstoffHaftet auch bei niedrigen Temperaturen und ist widerstandsfähig gegen FeuchtigkeitOberfläche beim Aufbringen auf Kondensat oder Reif prüfen
SicherheitsetikettenHitzeaktivierbarHaftet erst, wenn er erhitzt wirdErhitzen beim Aufbringen einplanen
Etiketten, die später abgewaschen werdenWasserlöslichLässt sich leicht abwaschenZeitpunkt und Art des Entfernens festlegen
Kunststoffe mit niedriger Oberflächenenergie wie PE und PPUntergrund zuerst klärenBenetzt wird nur eine Oberfläche, deren Oberflächenenergie höher ist als die Oberflächenspannung des KlebstoffsUntergrundmaterial bestimmen
Raue und unebene OberflächenStärkerer KlebstoffHaftet auch auf rauen oder unebenen OberflächenOberflächenstruktur an der Klebestelle bestimmen
Gewölbte Oberflächen mit kleinen RadienWeiche Folie oder weiches Papier mit abgestimmtem KleberDas Etikett muss der Form folgen, ohne zu reissen oder Falten zu werfenRadius an der Klebestelle bestimmen
Oberflächen mit Fett, Öl oder TrennmittelrestenOberfläche zuerst klärenAuf Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtigKlebestelle auf Fett, Öl und Trennmittelreste prüfen

Haftklebstoff: Aufbau des Etiketts und Definition der Haftung

Ein Haftklebstoff ist bei Raumtemperatur in trockenem Zustand dauerklebrig und haftet unter kurzem, geringem Druck an Oberflächen; auf dem Etikett sitzt er als Klebeschicht zwischen Etikett und silikonisiertem Trägerpapier. Haftklebstoffe werden in Klebebändern und Klebeetiketten verwendet, auch in den Rollenetiketten, die Etikettiermaschinen verarbeiten.

Schichtaufbau eines Haftetiketts im Schnitt
Nur die Klebeschicht berührt nach dem Spenden die Produktoberfläche.

Ein Haftetikett ist ein mehrlagiges Verbundmaterial aus dem eigentlichen Etikett, der Klebeschicht, der Silikonschicht und dem Trägerpapier. Beim Spenden trennt die Etikettiermaschine das Etikett vom Trägermaterial; danach berührt nur die Klebeschicht die Produktoberfläche.

Schichtaufbau des Haftetiketts

Auf der Rolle liegt die Klebeschicht auf der Silikonschicht des Trägerpapiers. Etikettiermaschinen trennen die Etiketten selbstständig von der Trägerfolie und bringen sie über die Spendekante auf das Produkt. Es zählt deshalb die Paarung aus Klebeschicht und Produktoberfläche: Sie bestimmt, ob das Etikett hält.

Haftetikett und Nassleimetikett

Nassleimetiketten tragen keinen Haftklebstoff: Sie bestehen meist aus Papier und haften erst nach dem Befeuchten. Die Auswahl nach Untergrund auf dieser Seite betrifft Haftetiketten, deren Klebstoff im trockenen Zustand klebt.

Klebstoffarten: permanent, ablösbar, Gefrierklebstoff, hitzeaktivierbar, wasserlöslich

Etikettenklebstoffe unterscheiden sich nach Haltedauer und Einsatz: Permanente kleben stark und dauerhaft, ablösbare lassen sich rückstandsfrei entfernen, Gefrierklebstoffe haften bei niedrigen Temperaturen, hitzeaktivierbare nach dem Erhitzen, wasserlösliche lassen sich abwaschen. Jede Art ist für einen bestimmten Einsatz entwickelt.

Permanente Klebstoffe

Permanente Klebstoffe sind die am häufigsten verwendeten Klebstoffe für Etiketten. Sie kleben stark und dauerhaft, lassen sich normalerweise nicht ohne Beschädigung des Etiketts oder der Oberfläche entfernen und tragen Kennzeichnungen, die bleiben sollen, etwa Produkt- und Versandetiketten.

Ablösbare Klebstoffe

Ablösbare Klebstoffe lassen das Etikett später ohne Rückstände wieder entfernen, ohne die Oberfläche zu beschädigen. Sie tragen Kennzeichnungen, die nur vorübergehend gebraucht werden: Preisauszeichnung, Etiketten auf Glaswaren, die Beschriftung von Akten, Schubladen und Regalen und die Kennzeichnung in der Lagerhaltung.

Gefrierklebstoffe

Gefrierklebstoffe sind für Anwendungen entwickelt, bei denen das Etikett extremen Temperaturen standhalten muss, etwa in Gefrier- oder Kühlhäusern. Sie haften auch bei niedrigen Temperaturen zuverlässig und sind widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit; wie Kondensat und Reif die Haftung auf gekühlter Ware stören, beschreibt der Artikel zur Kalt- und Feuchtanwendung.

Hitzeaktivierbare Klebstoffe

Hitzeaktivierbare Klebstoffe werden durch Wärme aktiviert und haften erst, wenn sie erhitzt werden. Sie eignen sich für Anwendungen, die ein starkes Haften verlangen, etwa für Sicherheitsetiketten.

Wasserlösliche Klebstoffe

Wasserlösliche Klebstoffe lassen sich leicht abwaschen. Sie dienen Etiketten, die später wieder entfernt werden müssen.

Untergrund und Oberflächenenergie: warum Etiketten auf PE und PP schwerer haften

Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) haben eine niedrige Oberflächenenergie, und benetzt wird eine Oberfläche nur, wenn ihre Oberflächenenergie höher ist als die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Beide Kunststoffe sind chemisch recht unempfindlich; ein Klebstoff, der sie schlecht benetzt, haftet auf ihnen schwerer, und für die Etikettierung von Verpackungen aus PE und PP wird deshalb zuerst der Untergrund geklärt.

Benetzung bei hoher und niedriger Oberflächenenergie
Auf PE und PP mit niedriger Oberflächenenergie benetzt der Klebstoff schlecht.

Gute Benetzbarkeit der zu verklebenden Oberfläche ist die Voraussetzung eines guten Klebergebnisses, und benetzt wird eine Oberfläche nur, wenn ihre Oberflächenenergie höher ist als die Oberflächenspannung der Flüssigkeit. Auf einer Oberfläche mit hoher Oberflächenenergie breitet sich der Klebstoff aus; auf Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) mit niedriger Oberflächenenergie benetzt er schlecht, und das Etikett haftet schwerer. Beflammen, Corona- oder Plasmabehandlung erzeugen auf der Oberfläche dieser Kunststoffe polare chemische Gruppen.

Benetzung als Voraussetzung

Nach Fraunhofer IFAM ist die Benetzbarkeit der zu verklebenden Oberfläche entscheidend für ein gutes Klebergebnis: Zur Benetzung kommt es nur, wenn die Oberflächenenergie des Festkörpers die Oberflächenspannung der Flüssigkeit übersteigt. Ein Klebstoff haftet deshalb nur so gut, wie er die Oberfläche benetzt.

Aktivierung durch Beflammen, Corona oder Plasma

Beflammen, Corona- oder Plasmabehandlung erzeugen auf der Oberfläche von PE und PP polare chemische Gruppen; das Fraunhofer IPA beschreibt diese Vorbehandlung als Aktivierung von Kunststoffoberflächen. Sie gehört zur Verpackung oder zur Linie, nicht zum Etikett oder zu seinem Klebstoff.

Oberflächenzustand: Fett, Trennmittel, Rauheit und Wölbung

Auf Oberflächen mit Fett oder Trennmittelresten haften Klebstoffe nicht richtig, raue und unebene Oberflächen verlangen stärkere Klebstoffe, und gewölbte Oberflächen mit kleinen Radien verlangen weiche Folien oder Papiere. Für die Klebstoffwahl zählt deshalb der Zustand der Oberfläche, nicht nur ihr Material.

Fett, Öl und Trennmittel

Ist eine Oberfläche durch Fette oder Trennmittelreste verunreinigt, haften Klebstoffe nicht richtig; auch Öle und Fingerabdrücke stören die Benetzung. Ein Etikett mit anderem Klebstoff beseitigt diese Ursache nicht, deshalb wird der Zustand der Oberfläche vor der Wahl des Klebstoffs geprüft.

Raue und unebene Oberflächen

Auf rauen oder unebenen Oberflächen brauchen Etiketten stärkere Klebstoffe, was sich auch auf Geschwindigkeit und Genauigkeit der Etikettierung auswirkt. Etiketten für extreme Belastungen halten auf einem Motorblock, auf rauem Holz oder auf tiefgefrorenen Produkten.

Gewölbte Oberflächen und kleine Radien

Auf gewölbten Oberflächen mit kleinen Radien muss das Etikett der Form folgen, ohne zu reissen oder Falten zu werfen. Dafür eignen sich weiche Folien und Papiere mit einem Klebstoff, der auf das Material abgestimmt ist.

Etikettenmaterial und Klebstoff als Paar: Papier, PE, PP, PET und PVC

Etikettenmaterial und Klebstoff werden als Paar gewählt: Papier trägt Anwendungen im Innenbereich, Folien aus PE, PP, PET und PVC tragen Kennzeichnungen, die Feuchtigkeit, Wasser, Chemikalien oder UV-Strahlung aushalten müssen. Die Wahl richtet sich nach Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit, Lichtbeständigkeit und chemischer Resistenz, denn Temperatur, Feuchtigkeit und Licht entscheiden bei der Etikettierung über Material und Klebstoff zugleich.

Papieretiketten

Papier ist das am häufigsten verwendete Etikettenmaterial; es ist leicht zu bedrucken und eignet sich für den Innenbereich, etwa in der Lebensmittel-, Getränke- und Einzelhandelsbranche. Gegen Umwelteinflüsse ist Papier weniger widerstandsfähig als Kunststofffolien.

PE, PP, PET und PVC

  • PE ist flexibel und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit, Chemikalien und UV-Strahlung; dank hoher Dehnbarkeit passt es zu unregelmässigen oder flexiblen Oberflächen.
  • PP ist beständig gegen Wasser, Chemikalien und UV-Strahlung und behält seine Form auch unter Belastung.
  • PET ist reissfest und beständig gegen hohe Temperaturen, Wasser und UV-Strahlung.
  • PVC ist robust und wetterfest und beständig gegen UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Abrieb.

PE oder PP als Etikettenmaterial ist etwas anderes als PE oder PP als Untergrund: Die Folie trägt den Klebstoff, der Untergrund muss von ihm benetzt werden.

Entscheidungshilfe: welche Klebstoffart für welchen Einsatz

Die Klebstoffart folgt aus drei Fragen: ob das Etikett dauerhaft bleiben oder wieder entfernt werden soll, ob es Kälte oder Feuchte aushalten muss und auf welchem Untergrund es sitzt. Wer diese drei Fragen für die eigene Etikettierung beantwortet, findet die Zeile der Matrix, die passt.

Dauerhaft oder temporär

Manche Etiketten müssen nur kurze Zeit haften, andere die ganze Lebensdauer des Produkts. Bleibt das Etikett, ist ein permanenter Klebstoff die Wahl; wird es wieder entfernt, ein ablösbarer, und soll es abgewaschen werden, ein wasserlöslicher.

Kälte und Feuchte

Muss das Etikett in Gefrier- oder Kühlhäusern halten, ist ein Gefrierklebstoff die Wahl. Dazu zählen der Zustand der Oberfläche beim Aufbringen und zwei Temperaturgrenzen: die Anwendungstemperatur beim Aufbringen und die Einsatztemperatur danach.

Schwierige Untergründe

Auf PE und PP mit niedriger Oberflächenenergie und auf Oberflächen mit Fett oder Trennmittelresten wird zuerst der Untergrund geklärt, auf rauen Oberflächen ein stärkerer Klebstoff gewählt und auf kleinen Radien eine weiche Folie oder ein weiches Papier.

Häufige Fragen zu Etikettenklebstoffen

Welcher Klebstoff passt, entscheiden die Oberfläche, die Umgebung und die geforderte Haltedauer des Etiketts.

Welche Arten von Klebstoffen gibt es?

Für Etiketten gibt es permanente, ablösbare, Gefrier-, hitzeaktivierbare und wasserlösliche Klebstoffe. Sie unterscheiden sich nach Haltedauer und Einsatz: dauerhaft, vorübergehend, in der Kälte, nach dem Erhitzen oder bis zum Abwaschen.

Welche Materialien gibt es für Etiketten?

Etiketten bestehen aus Papier oder aus Kunststofffolien wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyester (PET) und Polyvinylchlorid (PVC). Papier eignet sich für den Innenbereich, die Folien für Feuchtigkeit, Wasser, Chemikalien und UV-Strahlung.

Was sind ablösbare Etiketten?

Ablösbare Etiketten tragen einen Klebstoff, der sich später rückstandsfrei wieder abziehen lässt, ohne die Oberfläche zu beschädigen. In Betrieben dienen sie der Preisauszeichnung, der Beschriftung von Regalen, Akten und Schubladen und der Lagerhaltung, wo sich der Inhalt regelmässig ändert.

Welche Etiketten lassen sich gut ablösen?

Gut ablösen lassen sich Etiketten mit ablösbarem Klebstoff; Etiketten mit permanentem Klebstoff lassen sich normalerweise nicht ohne Beschädigung von Etikett oder Oberfläche entfernen. Welche ablösbaren Etiketten es für temporäre Kennzeichnungen gibt, zeigt die Katalogseite von WILUX PRINT AG.

Klebstoffauswahl mit WILUX PRINT AG: Etiketten und Beratung

WILUX PRINT AG liefert Etiketten mit permanentem, ablösbarem und starkem Klebstoff, für extreme Kältebedingungen einen Tiefkühlkleber, und berät bei der Auswahl der Etikettenlösung hinsichtlich Grösse, Material und Design. Die Etiketten gibt es auf den Materialien Papier, PET, Vellum, PP, Kunststoff und Karton.

Klebstoffe im Sortiment

Der Tiefkühlkleber gehört zu den permanent klebenden Etiketten von WILUX PRINT AG und ist für extreme Kältebedingungen entwickelt. Etiketten für extreme Belastungen gibt es als glänzende und matte PE-, PP- und PET-Folien und als gestrichenes Papier, mit einem Kleber, der auf das Material abgestimmt ist.

Beratung zur Etikettenlösung

Die Beratung umfasst Grösse, Material und Design der Etikettenlösung; für die Wahl zählen dabei Untergrund, Umgebung und Haltedauer, wie sie die Matrix oben ordnet. Anfragen laufen über die Zentrale +41 55 253 24 24.

Weiterführende Themen rund um Etikettenklebstoffe

Die Wahl des Etikettenklebstoffs ist eine Station von mehreren, an denen Etikettierprobleme entstehen. Die Übersicht Etikettierprobleme lösen: Haftung, Material und Lesbarkeit ordnet sieben Störungsbilder ihrer Ursache zu, und wie sich Haftungsprobleme in der laufenden Linie eingrenzen lassen, zeigen die fünf Prüfschritte im Artikel Etiketten lösen sich.

Quellen

  1. Fraunhofer UMSICHT: BioPSA – Biobasierte Haftklebstoffe, Projektbeschreibung, Begriff Haftklebstoff, abgerufen am 25.09.2026
  2. Fraunhofer IFAM: Benetzbarkeit von Oberflächen für sichere Adhäsion, Abschnitte zur Benetzungsregel und zu Oberflächen mit Fett- oder Trennmittelresten, abgerufen am 25.09.2026
  3. Fraunhofer IFAM, Blog Sicher Kleben: Benetzung im Klebprozess, Beitrag vom 12.08.2026, Benetzbarkeit und Verunreinigungen, abgerufen am 25.09.2026
  4. Fraunhofer IPA: Im Infrarotspektrum sichtbare Aktivierung von Kunststoffoberflächen, Beitrag vom 19.03.2026, Oberflächenenergie von PE und PP, Beflammen, Corona und Plasma, abgerufen am 25.09.2026